Heutzutage sind viele Menschen bzgl. der Liebe desillusioniert. Ungefähr 27% der Ehen werden z.B. bereits nach 6 - 10 Jahren
geschieden. Und Wissenschaftler lassen verkünden, dass nach 18 Monaten langsam die Ausschüttung der Rauschzustand verursachenden körperlichen Hormone (Dopamin, Serotonin, Neurotrophin, Oxytozin) wieder abnimmt, sodass das Veliebtsein ein Ende findet. Man legt die rosarote Brille ab und entdeckt eine Macke nach der anderen am Partner. Kaum einer glaubt noch an die wahre ewige Liebe und man weiß, dass das Verliebtsein nur zum Paarungsverhalten gehört und durch natürliche Selektion gefördert wurde weil reproduktionsfördernd.
Doch es gibt auch Paare, die sich nicht scheiden lassen, und die zudem auch nach vielen Jahren Ehe noch sehr gerne miteinander l(i)eben. Sie haben die wahre Liebe entdeckt und den Rauschzustand Verliebtsein überwunden, vielmehr den Übergang von Verliebtheit zu Liebe überstanden.
Gary Chapman, ein amerikanischer Eheberater schrieb mehrere Bücher (eines davon: The five love languages) darüber, wie man eine Ehe mit Liebe führen kann und sagt, dass das Ende des Verliebtseins nicht das Ende der Beziehung sein muss, wenn man es denn schafft, dem Partner Liebe zu vermitteln.
Er sagt, jeder Mensch habe einen Liebestank. Wenn man es schafft diesen zu füllen, kann die wahre Liebe erfahren werden.
Das Problem liegt wie so häufig in Verständnisproblemen, denn nicht jeder spricht die gleiche Sprache. Es gibt 5 Sprachen der Liebe nach Chapman:
1. Lob und Anerkennung
2. Zweisamkeit
3. Geschenke
4. Hilfsbereitschaft
5. Zärtlichkeit
Je nachdem, welche Sprache man spricht, fühlt man sich durch Erfahrung der entsprechenden Zuneigungen geliebt. Ist man z.B. Typ 2 und fühlt sich geliebt, wenn der Partner viel Zeit mit einem verbringt, dieser seine Liebe aber eher in Form von Geschenken auszudrücken vermag, dann kann es sein, dass der Liebestank des Partners leer bleibt und er unglücklich wird. Nun ist es wahrscheinlich, dass der liebende und schenkende Partner deshalb schenkt, weil er selbst sich durch Geschenke geliebt fühlen würde. Bekommt er nun aber wenige Geschenke von seinem Partner, weil dieser seine Liebe anders äußert, dann kann es sein, dass sich ein solches Paar nicht mehr lange wohl miteinander fühlt, obwohl jeder meint, dem anderen Liebe gegeben zu haben.
Chapman schlägt nun vor die Sprache der Liebe des Partners zu entdecken und ihn in dieser anzusprechen. Falls der Partner nörgelt, stehen vermutlich die Dinge, die er kritisiert mit seinem Liebesbedürfnis in Verbindung. Oft kostet es dem Liebe gebenden ein wenig Überwindung, aber je mehr Überwindung es kostet, desto mehr Liebe gibt man. Staubsaugen auch wenn man schon als Kind immer staubsaugen musste, Geschenke im Fall von Geiz, Zweisamkeit im Fall von einem zeitfressenden Job sind vielleicht nicht einfach zu geben, aber dann muss man eben einmal über seinen Schatten springen.
Zudem gibt es Faktoren wie der Einfluss der elterlichen Ehe, die zu gewissen Ansichten beitragen. Ein Mann verlangt vielleicht von seiner Frau eine gewisse Rolle im Haushalt einzunehmen, weil seine Mutter diese inne hatte. Von diesen Vorstellungen muss der Liebe wegen eventuell Abschied genommen werden. Auch die elterlichen Einflüsse sind es, die den Liebestyp eines Menschen bestimmen. Mangelerscheinungen in einem Bereich können zu höheren Bedürfnissen in diesen führen. Wenig Lob und viel Tadel macht einen Menschen in diesem Bereich vielleicht sensibler.
Man sollte seine Kinder also oft loben, und das auch wenn sie älter sind, ihnen häufig die ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, d.h. bewusst mit ihnen spielen und nicht nebenbei telefonieren oder fern sehen, ihnen hin und wieder Geschenke machen, wobei das keine teuren Spielzeuge sein müssen sondern auch selbstgebasteltes oder irgendeine Kleinigkeit sein kann, ihnen helfen und viel Liebe in Form von Berührungen geben.
Und je nachdem welcher Typ das Kind ist, die Liebe zum größten Teil in der Sprache des Kindes vermitteln.
Die meisten Verhaltensstörungen resultieren aus falscher Liebesvermittlung in der Kindheit. Viele Geschenke ersetzen nicht die Aufmerksamkeit der Eltern.